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Neun bunte Quadrate auf einem roten Hintergrund.

Offizieller Studienführer für Deutschland

Die Fassade eines alten Gebäudes spiegelt sich in den Fenstern eines moderneren Gebäudes.
Foto: Martin Rehm / Bundesagentur für Arbeit

Planen und Bauen Architektur und Bauingenieurwesen studieren

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Lisa Dobry studiert Architektur an der Hochschule Wismar. „Immer wenn ich ein Gebäude betrachtet habe, war ich daran interessiert zu erfahren, wie alles zusammenkommt: die Planung, die Detaillösungen, aber vor allem die Entstehung“, begründet die 22-Jährige ihre Wahl für den Studiengang.

Inzwischen hat sie das fünfte Bachelorsemester erreicht. „In den ersten beiden Jahren lernt man die elementaren Thematiken der Architektur, zum Beispiel die Grundlagen des Gestaltens und Entwerfens“, erklärt Lisa Dobry. „Hinzu kommen Module wie Baukonstruktion, Baustofftechnik, Baugeschichte und zeitgenössische Architektur. Auch mit Aspekten der Baudurchführung, mit Organisation und Recht sowie der Denkmalpflege haben wir uns beschäftigt.“ Pflicht ist außerdem ein zwölfwöchiges Praktikum in der vorlesungsfreien Zeit zwischen dem vierten und fünften Semester, das die Studentin bei einem Planungsbüro in Lübeck absolvierte. „Dabei wurde ich in alle Arbeitsabläufe eingebunden. Es war eine bereichernde Zeit.“

Ein Weingut entwerfen

Foto von Lisa Dobry.

Lisa Dobry

Foto: Privat

Nun, im dritten Studienjahr, stehen für Lisa Dobry Wahlpflichtmodule an. „Aktuell befasse ich mich zum Beispiel damit, ein Weingut in der Toskana zu entwerfen. Außerdem arbeite ich in einem interdisziplinären Forschungsprojekt. Dabei geht es um den Umbau eines Gebäudes auf dem Campus, das zu einer Projektwerkstatt umfunktioniert werden soll“, beschreibt sie. Besonders gut gefallen ihr an dem Studiengang die gebotenen Arbeitsbedingungen. „Jeder Studierende hat ein Anrecht auf einen Arbeitsplatz in einem abschließbaren Atelier mit nicht mehr als 15 Kommilitonen. Außerdem ist die Hochschule technisch sehr gut ausgestattet. Man hat den ganzen Tag über Zugang zu den Multimedia-Laboren und den Werkstätten“, erklärt die Studentin.

Wesentliche Unterschiede

Die Architektur gehört zu den 20 meistgewählten Studiengängen von Frauen – bei den Männern ist das Bauingenieurwesen beliebter. Insgesamt gab es in diesen beiden Bereichen im Wintersemester 2017/2018 laut Statistischem Bundesamt über 100.000 Studierende. In den Studienfeldern „Architektur, Raumplanung“ und „Bautechnik“ werden insgesamt mehr als 400 unterschiedliche Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten. Neben den Klassikern „Architektur“ und „Bauingenieurwesen“ finden sich hier auch Nischenangebote wie „Ressourceneffizientes Bauen“ oder „Baukulturerbe“.

Die Studiengänge in den beiden Studienfeldern sind eng verwandt, bearbeiten ähnliche Themen und basieren vor allem auf den gleichen Grundlagen. Doch es handelt sich um zwei sehr unterschiedliche Bereiche, wie Mandy Rusch von der Agentur für Arbeit Leipzig betont. „In der Architektur geht es um das Entwerfen und kreative Gestalten von Bauwerken. Daher ist die Aufnahme für das Studium an vielen Hochschulen auch mit einer künstlerischen Eignungsprüfung verbunden, bei der man etwa mit Skizzen oder Zeichnungen sein Talent unter Beweis stellen muss. Die Bauingenieure und Bauingenieurinnen hingegen sind diejenigen, die Bauvorhaben umsetzen und für die Planung sowie Unterhaltung von Bauwerken zuständig sind. Hier spielen zum Beispiel auch die Baustoffkunde und somit die Naturwissenschaften eine größere Rolle.“

Verschiedene Schwerpunkte und Zielrichtungen

Foto von Mandy Rusch.

Mandy Rusch, Agentur für Arbeit Leipzig

Foto: Privat

Diese Unterschiede machen sich auch bei den Inhalten des Studiums bemerkbar, zum Beispiel bei den möglichen Schwerpunkten: „Im Bereich Architektur kann man etwa in Richtung Landschaftsbau gehen – oder sich auf die Innenarchitektur konzentrieren. Im Bauingenieurwesen hingegen ist eine Vertiefung in Richtung Hoch- und Tiefbau sowie Verkehrsbau möglich.“ Und auf noch einen Unterschied weist die Beraterin für akademische Berufe hin. „Architektur studiert man in der Regel an Universitäten, Fachhochschulen und Kunsthochschulen. Beim Bauingenieurwesen kommt allerdings als dritte Option neben Uni und FH das duale Studium an einer Dualen Hochschule bzw. Berufsakademie hinzu“, erklärt die Beraterin. Einige Fachhochschulen bieten ebenfalls ein praxisintegrierendes oder ausbildungsintegriertes duales Studium an. Bei letzterem wird parallel zum Bachelor noch ein Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf wie Stahl- und Betonbauer/-in, Zimmermann/-frau oder Maurer/-in erworben.

Die unterschiedlichen Gewichtungen der beiden Bereiche wirken sich auch auf die späteren Bauobjekte aus, wie Mandy Rusch weiter erklärt: „Bauingenieure und Bauingenieurinnen sind oft im Hoch- und Tiefbau tätig. Sie sind also für Straßen, Tunnel oder Brücken zuständig. Architekten und Architektinnen planen eher Wohnhäuser oder Gewerbegebäude. Häufig ergänzen sich die beiden Professionen auch auf der Baustelle und im Büro.“

Die Standesbezeichnung Architekt darf allerdings nur geführt werden, wenn man ein eingetragenes Mitglied einer Länder-Architektenkammer ist. Ein sechssemestriges Bachelorstudium reicht dafür nicht aus. Voraussetzung sind ein abgeschlossenes Studium mit einer vierjährigen Regelstudienzeit und meist zwei Jahre Berufserfahrung. Die Mindeststudienzeit kann zum Beispiel über ein achtsemestriges Bachelorstudium oder über ein Masterstudium erreicht werden.

Studienreportage Bauingenieurwesen

Die Netzwerkerin

Daniela Kirsch (24) studierte „Bauingenieurwesen – Netzingenieur“ an der FH Aachen. Der duale Studiengang legt seinen Fokus auf die baulichen Maßnahmen der Energiewirtschaft.

Foto von Daniela Kirsch.

Daniela Kirsch

Foto: Privat

Netzingenieure/-innen kümmern sich um den Ausbau und Erhalt von Wasser-, Abwasser-, Wärme-, Gas-, Strom- und Kommunikationssystemen. Das spezialisierte Studium in Aachen beginnt aber mit den Grundlagen: „Während der ersten vier Semester handelt es sich um ein klassisches Grundstudium im Bereich Bauingenieurwesen mit den üblichen Fächern wie Mathematik und Mechanik“, erklärt Daniela Kirsch. „Es folgt dann über zwei Semester ein Vertiefungsstudium in Netzmanagement und Netzingenieurwesen. Dazu gehören Module über die Planung, Verlegung und den Einbau einer leitungs- oder kabelgebundenen Infrastruktur – also für Gas, Wasser, Abwasser, Strom und Fernwärme.“

Parallel dazu absolvierte die Studentin ihre Praxisphasen in der technischen Systemplanung bei einem Planungsbüro in Aachen. Dort konstruierte sie mit Hilfe von speziellen Computerprogrammen zum Beispiel Heizungs- oder Lüftungsanlagen. „Ich war etwa zwei Mal in der Woche in dem Unternehmen“, erzählt die Studentin. „Aber es gab auch Blockphasen, in denen ich erst drei Monate am Stück studiert und danach drei Monate gearbeitet habe.“

Mit der Bachelorarbeit und einem zehnwöchigen Praxisprojekt schließt das insgesamt neunsemestrige Studium, das auch verschiedene Exkursionen beinhaltet, ab. Ihr Praxisprojekt absolvierte die Studentin während ihres Auslandsemesters bei einem Planungsunternehmen für Hochbau in Namibia.

Berufsziel: Bauleiterin

Bereits während des Abiturs hatte Daniela Kirsch sich über die Möglichkeiten rund um das Studium Bauingenieurwesen informiert und Berufsinformationsmessen besucht. „Ein duales Studium bietet viele Vorteile“, begründet sie ihre Entscheidung. „Zum einen verdient man schon sein eigenes Geld und kann so auf eigenen Beinen stehen, und zum anderen kann man die Theorie direkt in der Praxis anwenden.“ Außerdem hat man neben dem Bachelor- auch einen Ausbildungsabschluss. Daniela Kirsch wurde zur technischen Systemplanerin ausgebildet.

Mittlerweile hat sie ihr Bachelorstudium abgeschlossen und ein Masterstudium in Facility Management an der FH Aachen begonnen. Nebenher arbeitet sie als Werkstudentin bei ihrem ehemaligen Praxispartner. „Mein Wunsch ist es, irgendwann Bauleiterin im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung zu sein.“

Hinweis der Redaktion: Der Studiengang „Bauingenieurwesen – Netzingenieur“ ist mittlerweile kein eigenständiger Studiengang mehr, sondern entspricht dem Schwerpunkt „Netzmanagement“ im Studiengang „Bauingenieurwesen“. An der inhaltichen Ausrichtung hat sich damit aber nichts geändert.

Studienreportage Innenarchitektur

Die Inszeniererin

Ann-Sophie Paar (27) studiert „Innenarchitektur – Conceptual Design“ an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden.

Foto von Ann-Sophie Paar.

Ann-Sophie Paar

Foto: Privat

Was Ann-Sophie Paar besonders an ihrem Masterstudiengang gefällt, ist die große Bandbreite an Themen und Fächern: „Hier findet keine Spezialisierung auf einen Teilbereich der Innenarchitektur statt, sondern man kann breitgefächert in den Hauptbereichen Raum, Design und Inszenierung ausgebildet werden. Über die Themenwahl von drei Hauptprojekten sowie der Masterarbeit kann somit jeder seinen Studienverlauf ganz individuell gestalten, und einen Einblick in spätere Arbeitsfelder bekommen.“

Ann-Sophie Paar erwarb zuvor ihren Bachelorabschluss in Architektur an der RWTH Aachen. „Meine Bachelorarbeit habe ich über ein Thema im Bühnenbild geschrieben und anschließend drei Jahre in diesem Bereich gearbeitet. Deshalb habe ich mich dann auch für einen Master in Innenarchitektur entschieden“, erklärt sie.

Eventhalle, Mini-House und Bühnenbild

Das viersemestrige Masterstudium hat sie fast abgeschlossen und blickt nun auf drei spannende Projekte zurück: „Beim ersten Hauptprojekt bestand unsere Aufgabe darin, für eine Turnhalle eines Klosterseminars in Trier eine neue Verwendung zu finden. Da wir bei der Konzeptfindung freigestellt waren, habe ich eine Eventhalle entworfen. Für das zweite Projekt habe ich mich für ein Minimal Housing-Thema entschieden.“ In einem weiteren Hauptprojekt ging es um die Entwicklung eines Kostüm- und Bühnenbildes. „In diesem Fall handelte es sich sogar um ein reales Projekt, als Engagement für die Bad Hersfelder Festspiele, welches ich auch zum Inhalt meines Semesterprojektes machen konnte.“ Ergänzt werden die praktischen Fächer durch Pflichtmodule wie Projekt- und Betriebsmanagement, sowie Marketing Management und Kommunikationsstrategien. „Über die künstlerische Tätigkeit hinaus sind diese Fächer sehr wichtig für den späteren Arbeitsalltag“, ist sich die Studentin sicher.

Zurzeit schreibt Ann-Sophie Paar ihre Masterarbeit im Bereich der Ausstellungsarchitektur. Dafür befasst sie sich mit der Veränderung von Wahrnehmung durch psychische und körperliche Krankheiten wie Schizophrenie, Sklerodermie und Anorexie. „Die Symptome der Krankheiten werden anhand von Räumen inszeniert und sollen dadurch für Gesunde erfahrbar werden“, erklärt sie. Für die Zeit danach kann sie sich eine ganze Reihe an Möglichkeiten vorstellen. „Mein Traum wäre teils fest in einem Büro zu arbeiten und nebenbei weiterhin selbstständig im Bereich der Szenografie tätig zu sein.“

Studienreportage Stadt- und Regionalplanung

Der Gestalter

Justus Gärtner (23) wollte im Studium kreativ und produktiv arbeiten, interessierte sich aber auch für Geografie und Geschichte. Gelandet ist er schließlich beim Studiengang „Stadt- und Regionalplanung“ an der Brandenburgisch-Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg.

Foto von Justus Gärtner.

Justus Gärtner

Foto: Privat

Während des sechssemestrigen Bachelorstudiums erwarb er ein vielfältiges, praxisbezogenes Wissen. „Schon von Anfang an wurden wir auf Ateliers, also große Arbeitsräume, verteilt und hatten unterschiedliche Aufgaben. In den ersten beiden Semestern habe ich zum Beispiel im Fach Architektur gelernt, wie man Grundrisse gestaltet“, beschreibt Justus Gärtner. Parallel dazu standen erste Module mit theoretischen Grundlagen wie Baugeschichte, Planungstheorie oder Rechtswissenschaft auf dem Lehrplan. „Anschließend ging es weiter mit Modulen wie Stadtplanung. Dabei wurden wir zum Beispiel darauf vorbereitet, wie man Akteure in dem Bereich miteinander vernetzt, nachhaltige Stadtentwicklung hervorbringt und auch ressourcenschonend arbeiten kann.“

Vertiefung im gestalterischen Bereich

Bei seiner Bachelorarbeit wurde es Justus Gärtner freigestellt, ein Thema entweder komplett theoretisch anzugehen oder eine gestalterische Arbeit mit einem städtebaulichen Entwurf anzufertigen. Er entschied sich für Letzteres. „Es ist auch während der Semester eine gute Mischung aus gestalterischen und theoretischen Modulen, wobei das Bachelorstudium sehr breit gefächert ist.“

Mittlerweile hat er sein Bachelorstudium beendet und den Masterstudiengang „Stadt- und Regionalplanung“ an der BTU belegt. Hier konnte er sich von mehreren Vertiefungen drei aussuchen. „Auch hier habe ich mich für eine eher gestalterische Ausrichtung entschieden und die Vertiefungen ‚Städtebau‘, ‚Stadtplanung‘ und ‚Landschaftsarchitektur‘ gewählt. Es hätte aber zum Beispiel auch ‚Geschichte und Theorie‘ oder ‚Ökonomie und Recht‘ gegeben.“ Auch praktische Erfahrungen sammelt der Student nebenher. So gewann er zum Beispiel den ersten Preis bei einem Landschaftsarchitekturwettbewerb. „Derzeit absolviere ich ein Praktikum in einem Büro für Architektur und Städtebau in Cottbus.“

Nach dem Masterabschluss stehen ihm verschiedene Wege offen. „Zunächst würde ich gern als freier Mitarbeiter in einem Städtebau- oder Architekturbüro arbeiten und mich später mit einem eigenen Büro selbstständig machen. Grundsätzlich möglich wären aber auch Bereiche wie Bauämter, Projektentwicklung, Forschungsinstitute oder Aufgaben als Stadtteil- und Quartiersmanager.“

Weitere Informationen

studienwahl.de
Studienfelder: „Architektur, Raumplanung“ und „Bautechnik“
www.studienwahl.de/de/studieren/studienfelder/ingenieurwissenschaften/architektur-staedtebau0118.htm
www.studienwahl.de/de/studieren/studienfelder/ingenieurwissenschaften/bauingenieurwesen0119.htm

abi>>
Arbeitsmarktbericht (Innen-)Architekten
www.abi.de/beruf-karriere/arbeitsmarkt/arbeitsmarktberichte/kug/architekten-hintergrund015845.htm

Berufe für die moderne Stadt
www.abi.de/beruf-karriere/karriere_und_praxis/berufe-fuer-die-moderne-stadt-016019.htm

berufsfeld-info
Berufswelt Konstruktion und Entwicklung
http://berufsfeld-info.de/abi/konstruktion-entwicklung/konstruktion-und-entwicklung-in-architektur-und-bauwesen

BERUFENET
www.berufenet.arbeitsagentur.de

Hochschule Wismar
Bachelorstudiengang „Architektur“
www.hs-wismar.de/studium/beratung-und-information/alle-studiengaenge/architektur-bachelor

Fachhochschule Aachen
Bachelorstudiengang „Bauingenieurwesen – Netzingenieur“
www.fh-aachen.de/studium/bauingenieurwesen-netzingenieur-beng

Hochschule RheinMain
Masterstudiengang „Innenarchitektur – Conceptual Design“
www.hs-rm.de/de/fachbereiche/design-informatik-medien/studiengaenge/innenarchitektur-conceptual-design-ma

Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg
Bachelorstudiengang „Stadt- und Regionalplanung“
www.b-tu.de/stadtplanung-bs

Hinweis: Links in älteren Themen des Monats werden nicht aktualisiert.

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